Routenplaner

Die schönsten Autorouten Islands

Island erkundest du am besten selbst, mit dem Mietwagen und in deinem eigenen Tempo. Und es gibt nicht die eine Route, sondern gleich mehrere: die komplette Ringstraße für ein bis zwei Wochen, den klassischen Golden Circle für einen Tag, eine Fahrt zu den schönsten Wasserfällen, die Halbinsel Snaefellsnes und der Diamond Circle im Norden. Wähle unten deine Route: die Stopps sind schon in Google Maps hinterlegt, und eine GPX gibt es dazu.

Gemessen, handverlesen und geprüft (Juli 2026). Jede Route führt über die schönsten Straßen, mit den Stopps direkt in Google Maps. Mehrtägige Routen teilen wir in Tagesetappen, jede mit einem eigenen Maps-Link, der dort startet, wo du gerade bist.
Die Gletscherlagune Jökulsárlón mit Eisbergen.
Jökulsárlón
Der Wasserfall Seljalandsfoss an der Südküste.
Seljalandsfoss
Der Berg Kirkjufell und der Wasserfall Kirkjufellsfoss auf Snaefellsnes.
Kirkjufell

Fotos über Wikimedia Commons: Jökulsárlón · Seljalandsfoss · Kirkjufell.

Ein Land, fünf Routen

Island ist groß genug für ein bis zwei Wochen Rundreise. Wir haben es in fünf Routen aufgeteilt, die sich nicht in die Quere kommen: jede hat ihre eigene Gegend, Dauer und ihren eigenen Charakter, damit du genau das wählst, was zu deiner Reisezeit passt. Für die Details verweisen wir von der großen Runde auf die einzelnen Routen.

Wie viele Tage hast du? So wählst du

1 Tag

Nimm den Golden Circle (der Klassiker mit Geysiren und Gullfoss) oder die Südküste (Wasserfälle und der schwarze Strand). Beide fährst du ab Reykjavik.

2 Tage

Kombiniere den Golden Circle mit der Südküste, je ein Tag. Oder fahr Snaefellsnes in Ruhe, mit einer Übernachtung bei Grundarfjördur oder Stykkishólmur.

3 bis 5 Tage

Der Südwesten in drei Tagen: Golden Circle, Südküste und Snaefellsnes. Wen es weiter nach Norden zieht, hängt den Diamond Circle an (rechne mit einem langen Fahrtag nach Norden oder einem Inlandsflug nach Akureyri).

7 bis 12 Tage

Die komplette Ringstraße: die vier Tagesrouten liegen größtenteils direkt daran, du siehst also alles in einer Rundreise. Sieben Tage sind das Minimum, mit zehn bis zwölf fährst du entspannter.

Die fünf Routen im Vergleich: nach Dauer und Region wählen

RouteDauerDistanzRegionCharakter
Die Ringstraße (Route 1)7 bis 12 Tageca. 1.330 kmganze Inseldie ganze Runde
Der Golden Circle1 Tagca. 260 kmSüdwestGeysire und Wasserfälle
Die Südküste und ihre Wasserfälle1 Tagca. 190 kmSüdküsteWasserfälle und schwarze Strände
Snaefellsnes1 bis 2 Tageca. 200 km RundeWestIsland im Kleinen
Nordisland: der Diamond Circle1 bis 2 Tageca. 260 kmNordWasserfälle, Geothermie, Wale

Die fünf Routen

Klick dich zur passenden Route durch. Auf jeder Seite findest du die Stopps, eine Karte und den Google-Maps-Link.

Die fünf Routen auf der Karte

Alle fünf Routen sind hier über die echten Straßen eingezeichnet. Klick auf eine Linie, um die Route zu öffnen, oder filtere mit den Buttons. So siehst du auf einen Blick, wie die Ringstraße um die Insel führt und wo die vier Tagesrouten liegen.

Straßenlinien vereinfacht dargestellt; die genaue Route mit allen Stopps öffnet sich auf der Routenseite. Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Beste Reisezeit: der Sommer ist am schönsten

Von Juni bis August ist Island am schönsten: grünes Moos und Wiesen, dank Mitternachtssonne fast 24 Stunden Licht, und die einzige Zeit, in der das Hochland und die F-Straßen (Landmannalaugar, Kjolur) offen sind. Die Ringstraße fährst du mit einem normalen Auto gut von Mai bis Oktober; das Hochland und die F-Straßen brauchen den Sommer und einen 4x4. Außerhalb der Saison werden die Tage kurz und die Straßen glatt, plane dann weniger Kilometer pro Tag ein.

Mietwagen, 4x4 und Tanken

Für die Ringstraße, den Golden Circle, die Südküste, Snaefellsnes und den Diamond Circle reicht ein normales Auto. Fürs Hochland und die F-Straßen brauchst du einen 4x4, manchmal mit Flussdurchfahrten. Tank rechtzeitig, denn im Inland und in den Ostfjorden liegen die Tankstellen weit auseinander. Achte auf den Wind, wenn du eine Tür öffnest, und auf die vielen einspurigen Brücken (einbreið brú).

So fährt sich Island: Tempolimits, Brücken und Maut

Autofahren in Island ist einfacher, als es klingt, solange du die Eigenheiten kennst. Erlaubt sind 90 km/h auf Asphalt außerorts, 80 km/h auf Schotterstraßen und 50 km/h innerorts; in manchen Tunneln gilt 70. Licht ist Tag und Nacht Pflicht. Auf der Ringstraße liegen noch gut dreißig einspurige Brücken (einbreið brú): runter vom Gas, schauen, wer zuerst da ist, und dem den Vortritt lassen, der die Brücke fast erreicht hat.

Maut gibt es kaum: nur der Tunnel Vaðlaheiðargöng (7,4 km, zwischen Akureyri und Húsavík) kostet rund 2.150 ISK pro Pkw (Stand 2024). Ein Mauthäuschen gibt es nicht: das Kennzeichen wird gescannt, du zahlst vorab oder direkt danach online; wer es vergisst, bekommt eine teurere Rechnung. Umfahren lässt sich der Tunnel über die alte Bergstraße über den Víkurskarð-Pass. Der Hvalfjörður-Tunnel bei Reykjavik ist seit Ende 2018 gratis. F-Straßen (Hochland) sind nur im Sommer offen und rechtlich Allradfahrzeugen vorbehalten; keine unserer fünf Routen nutzt eine. Vom 1. November bis 14. April sind Winterreifen Pflicht; Spikereifen sind nur in diesem Zeitraum erlaubt.

Monat für Monat: Tageslicht und Straßen

Die Tageslichtstunden sind Richtwerte für Reykjavik, Mitte des Monats. Im Winter kann ein Sturm eine Straße vorübergehend schließen; den aktuellen Straßenzustand zeigt umferdin.is.

MonatTageslicht (±)Straßen und Tipp
Januar5 Std.tiefster Winter; nur der Südwesten, flexibel planen
Februar8 Std.winterlich; Polarlichtsaison, Straßen oft glatt
März11 Std.noch winterlich, aber besser fahrbar; Südküste gut machbar
April14,5 Std.Frühling; die Ringstraße wird wieder realistisch
Mai18 Std.ruhig und hell; ein guter Monat für die Ringstraße
Juni21 Std.Mitternachtssonne; alles offen, die Hochsaison beginnt
Juli19,5 Std.Hochsaison; F-Straßen offen, der vollste Monat
August16,5 Std.Hochsaison; Ende August wird es ruhiger
September13 Std.Herbst; weniger Trubel, erste Polarlichter
Oktober10 Std.wechselhaft; der Südwesten bleibt gut machbar
November6,5 Std.Winterreifenpflicht; kurze Fahrtage
Dezember4,5 Std.dunkelster Monat; nur kurze Routen um Reykjavik

Was kostet ein Roadtrip durch Island?

Die größten Posten sind Mietwagen und Unterkunft; die Routen selbst sind gratis. Sprit rechnest du leicht selbst aus: bei rund 7 l/100 km braucht die komplette Ringstraße (ca. 1.330 km) etwa 90 bis 105 Liter, eine Tagesroute von 200 bis 260 km etwa 15 bis 18 Liter. Isländischer Kraftstoff ist deutlich teurer als in Deutschland; tanke bei N1, Olís, Orkan oder Costco und stell dich darauf ein, dass fast alle Zapfsäulen Automaten sind, die eine Bankkarte mit PIN verlangen.

Eintritt ist die Ausnahme: die meisten Wasserfälle und Aussichtspunkte sind gratis, an einigen der bekanntesten Stopps zahlst du aber Parkgebühren, und der Kerid-Krater am Golden Circle kostet rund 600 ISK pro Person (Stand Anfang 2025). Unsere Maps-Links und GPX-Dateien sind und bleiben gratis.

Mit dem Camper: Campingplätze sind Pflicht

Frei übernachten im Camper, Van oder Auto ist in Island nicht erlaubt: geschlafen wird auf Campingplätzen, auch entlang der Ringstraße (fast jedes Dorf hat einen). Wildes Parken über Nacht kostet empfindliche Bußgelder. Außerhalb der Hochsaison schließt ein Teil der Plätze, prüfe also vorab, was offen ist. Fürs Zelt gelten etwas großzügigere Regeln, aber auch da: in der Nähe von Gebäuden oder auf Privatgrund nur mit Erlaubnis.

Sicher fahren: Wind, Wetter und Warnungen

Das isländische Wetter dreht schnell, und der Wind ist die Falle: halte die Tür beim Öffnen fest (Türschäden sind oft nicht gedeckt) und fahr bei Sturmwarnung nicht los. An der Südküste können Sandstürme den Lack sandstrahlen; Versicherer bieten dafür eine eigene Sand- und Asche-Deckung (SAAP) an. Flussdurchfahrten auf F-Straßen sind nie versichert. Prüfe vor der Abfahrt safetravel.is (Warnungen), umferdin.is (Straßenzustand) und vedur.is (Wetter und Wind), und lade dir die gratis 112-App aufs Handy.

Häufige Fragen

Welche Islandroute passt zu mir?

Mit einer Woche oder mehr ist die ganze Ringstraße die schönste Wahl. Mit nur einem Tag nimmst du den Golden Circle. Für Wasserfälle und schwarze Strände geht es an die Südküste; reizt dich der Westen, wähle Snaefellsnes; für den Norden ist es der Diamond Circle.

Wie viele Tage braucht man für die Ringstraße?

Sieben Tage sind das Minimum, mit zehn bis zwölf fährt es sich deutlich entspannter. Wir haben die Ringstraße in Tagesetappen aufgeteilt, jede mit einem eigenen Google-Maps-Link, der dort startet, wo du gerade bist.

Kann man die Routen in Google Maps öffnen?

Ja, gratis. Jede Route und jede Tagesetappe öffnet sich in Google Maps mit allen Stopps, und zu jeder Route gibt es eine GPX für Garmin, Komoot oder TomTom.

Wann fährt man Island am besten?

Im Sommer, von Juni bis August: alles ist grün, es bleibt bis tief in die Nacht hell und das Hochland ist offen. Mai und September sind ruhiger, aber mit kürzeren Tagen.

Braucht man in Island einen 4x4?

Für diese fünf Routen nicht: sie verlaufen auf Asphalt, und die Ringstraße ist durchgehend asphaltiert. Ein Allradfahrzeug ist auf den F-Straßen ins Hochland gesetzlich Pflicht und außerhalb des Sommers ein feines Extra, aber keine Voraussetzung.

Gibt es in Island Maut?

So gut wie keine. Nur der Tunnel Vaðlaheiðargöng zwischen Akureyri und Húsavík kostet rund 2.150 ISK (Stand 2024); bezahlt wird online, ein Häuschen gibt es nicht. Der Hvalfjörður-Tunnel bei Reykjavik ist seit Ende 2018 gratis, alle übrigen Straßen sind mautfrei.

Kann man die Ringstraße im Winter fahren?

Es geht, aber es ist eine andere Art Reise: um den Dezember herum sind es nur etwa vier bis fünf Stunden Licht, und Stürme können die Straße im Norden und in den Ostfjorden vorübergehend schließen. Bleib im Winter besser im Südwesten (Golden Circle, Südküste) und prüfe vor der Abfahrt umferdin.is und safetravel.is.

Ringstraße im oder gegen den Uhrzeigersinn?

Beides geht; die Straße ist dieselbe. Unsere Tagesetappen fahren im Uhrzeigersinn (erst der Norden, die Südküste als Finale), damit die bekanntesten Höhepunkte den Schluss bilden. Willst du die Südküste sofort, fahr gegen den Uhrzeigersinn und nimm die Etappen in umgekehrter Reihenfolge.

Wie funktioniert das Tanken in Island?

Fast alle Zapfsäulen sind Automaten von N1, Olís oder Orkan: Bankkarte rein, PIN eingeben, tanken. Tank rechtzeitig, denn in den Ostfjorden und im Inland liegen die Stationen weit auseinander. Die ganze Ringstraße braucht bei 7 l/100 km etwa 90 bis 105 Liter.

Darf man mit dem Camper in Island wild campen?

Nein. Übernachten im Camper oder Auto ist nur auf Campingplätzen erlaubt; wildes Parken über Nacht kostet empfindliche Bußgelder. An allen fünf Routen liegen Campingplätze, ein Teil schließt allerdings außerhalb der Hochsaison.

Wie viele einspurige Brücken hat die Ringstraße?

Noch gut dreißig (2010 waren es rund sechzig; sie werden Schritt für Schritt ersetzt). Die Regel ist simpel: langsamer werden, schauen, wer zuerst da ist, und dem den Vortritt lassen, der die Brücke fast erreicht hat. Besonders an der Südostküste folgen sie dicht aufeinander.

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